10 Gründe für Geschäfte in Vietnam

Egal ob Produktion, Sourcing oder Vertrieb: Für ein Engagement deutscher Firmen in Vietnam sprechen zahlreiche Gründe - wir haben hier 10 der wichtigsten Argumente kurz zusammengefasst:

Allgemeines Investitionsklima

1. Hohe politische Stabilität und sehr gute Sicherheitslage

Vietnam ist ein sehr friedliches und sicheres Land. Es hat in Asien die wohl beste Sicherheitslage und gilt als politisch sehr stabil. Investoren sind nicht durch ethnische oder religiöse Konflikte bedroht und die Terrorismusgefahr wird als minimal eingestuft. Die Städte gehören hinsichtlich der Verbrechensraten zu den sichersten der Welt. Die hohe Lebensqualität macht Vietnam zu einem beliebten Standort für Expats; die Versorgung mit internationalen Schulen und Krankenhäusern und Gütern des täglichen Gebrauchs gilt inzwischen als gut bis sehr gut.

 

2. Gute rechtliche Rahmenbedingungen

Auf dem Papier sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen für ausländische Investoren sehr gut. Durch den WTO-Beitritt 2007 wurden bzw. werden die meisten Sektoren für 100%ige Auslandsinvestitionen geöffnet. In einzelnen Bereichen und Rechtsfragen gibt es allerdings noch Probleme bei der Umsetzung der zugesagten Liberalisierungen (s. nächste Seite). Beim „Doing-Business-Ranking" der Weltbank, das den regulativen Rahmen für Unternehmen bewertet, liegt Vietnam inzwischen auf Rang 78, direkt vor China und Italien.

 

3. Sehr gutes bilaterales Verhältnis zwischen Deutschland und Vietnam

Deutschland ist Vietnams wichtigster Handelspartner in der EU (Importe aus D: ca. 1,5 Mrd. EUR, Exporte nach D: ca. 3 Mrd. EUR). Auch das diplomatische und gesellschaftliche Verhältnis der beiden Länder ist exzellent. Ca. 100.000 Vietnamesen, die inzwischen wieder in ihrer Heimat leben, erhielten eine Ausbildung in Deutschland oder haben dort gearbeitet - deshalb sprechen viele Vietnamesen vor Ort Deutsch, von denen nun viele Führungspositionen in Wirtschaft und Politik innehaben und über hervorragende Netzwerke verfügen. Derzeit studieren ca. 4.000 Vietnamesen in Deutschland. Eine Deutsch-Vietnamesische Universität in Ho-Chi-Minh-Stadt ist im Aufbau. Beim Besuch der Bundeskanzlerin im Oktober 2011 wurde eine strategische Partnerschaft zwischen den beiden Ländern vereinbart. Seit vielen Jahren ist das Partnerland Vietnam einer der größten Empfänger von deutscher Entwicklungszusammenarbeit (ca. 150 Mio. Euro p. a.) - der Fokus der Kooperation liegt auf nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung, Gesundheit und Umwelt.

Vertrieb / Absatz

 

4. Großer, stetig wachsender Konsumentenmarkt

Mit einer Bevölkerung von knapp 90 Mio. Einwohner (2020: 100 Mio.) ist Vietnam ein beachtlicher Absatzmarkt. In Verbindung mit dem rapiden wirtschaftlichen Wachstum (durchschnittlich ca. 7,4 % in den vergangenen 10 Jahren) steigt das verfügbare Einkommen der Bevölkerung, wenn auch von einem recht geringen Stand. Vor allem in den größeren Städten wächst eine konsumfreudige Mittelschicht heran. Auch wenn das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen bei nur 875 EUR p.a. liegt, gibt es v. a. in den Städten inzwischen eine wohlhabende und konsumorientierte Mittelschicht; gut ausgebildete Angestellte wie Buchhalter, Programmierer, Ingenieure oder Manager verdienen zwischen 400 und 2.000 EUR im Monat. Ein Indikator für die wachsende Mittelschicht ist z. B. die Anzahl der Geldkarten, die von 0,5 Mio. (2003) auf 17 Mio. (2009) anstieg. Der Einzelhandelsmarkt wird auf ca. 62 Mrd. USD geschätzt. Das Marktforschungs¬unternehmen Nielsen beurteilt in seinem Consumer Confidence Index die Konsumstimmung in Vietnam mit Rang 11 weltweit sehr gut. Die Kollegen von A. T. Kearney bewerten die Attraktivität des vietnamesischen Einzelhandels für internationale Investoren sehr hoch (2008: Rang 1, 2009: Rang 6, 2010: Rang 14).

 

5. Hoher Investitionsgüterbedarf

Vietnams heimische Industrie wächst, und das schnell. Neben der hohen Nachfrage der heimischen Verbraucher übernimmt Vietnam immer mehr eine ähnliche Rolle, die China als Werkbank der Welt in den vergangenen 10 Jahren spielte. China, Japan und die USA sind die wichtigsten Abnehmer von Vietnams Exporten. Neben arbeitsintensive Produkten wie Textilien und Lederwaren werden seit einigen Jahren auch immer hochwertigere Produkte mit zunehmender Fertigungstiefe in Vietnam produziert (s. u.). Der Bedarf für hochwertige Maschinen und andere Ausrüstungsgüter steigt. Dabei sind deutsche Marken bekannt und sehr beliebt - konkurrieren allerdings mit den teils erheblich billigeren Konkurrenten aus Asien.

 

6. Erhebliche Investitionen in die Infrastruktur

Das Land treibt den Ausbau der Infrastruktur mit großer Geschwindigkeit voran: So fließen jährlich ca. 10 % des Sozialprodukts in den Ausbau Versorgungs- und Verkehrsinfrastruktur. Einige Beispiele: Das Land plant eine Verdreifachung Kraftwerkskapazitäten auf 75 GW bis 2020 (dabei auch eine Verfünffachung der Regenerativen Energien) mit einem erwarteten Investitionsvolumen i. H. v. 35 Mrd. EUR. Im Rahmen des Ausbaus des Gesundheitswesens sollen bis 2020 insgesamt 57 neue Kliniken für insgesamt 1,3 Mrd. EUR gebaut werden. In Ho-Chi-Minh-Stadt wird, mit deutscher Unterstützung und Beteiligung eine U-Bahn gebaut.

Produktion / Sourcing

 

7. Günstige Lohnkosten

Die Arbeitskosten in Vietnam sind trotz steigender Tendenz noch immer sehr wettbewerbsfähig. Der Durchschnittsstundenlohn für Arbeiter liegt bei ca. 0,35 EUR (im Vergleich: China 1,80 EUR/h); KPMG schätzt die Lohnentwicklung bis 2015 auf 1,10 EUR/h (China: 3,30 EUR/h). Der gesetzliche Mindestlohn liegt bei ca. 60 - 65 EUR/Monat. Üblich sind 6 Arbeitstage mit 48 Stunden pro Woche.

 

8. Hohe Qualität der Arbeit

Fast noch wichtiger als die moderaten Lohnkosten ist die hohe Arbeitsproduktivität in Vietnam. Vietnamesische Mitarbeiter gelten als handwerklich sehr geschickt, haben schnelle Auffassungsgabe und hohe Arbeitsmoral. Dies schätzen vor allem Hersteller qualitativ hochwertiger und handwerklich anspruchsvoller Produkte. Wegen dieser ausgeprägten Sekundärtugenden wird Vietnam oft als Preußen Südostasiens bezeichnet - oder sollte man sagen „das Schwaben Südostasiens"?
Das Land hat eine hohe Alphabetisierungsrate und gute Grundbildung. Die Erwerbsbevölkerung ist sehr jung und jedes Jahr strömen ca. 1 Mio. Schulabgänger auf den Arbeitsmarkt.

 

9. Vietnam entwickelt sich zum Hi-Tech-Standort

Immer mehr Hi-Tech Unternehmen siedeln sich in Vietnam an. Intel investiert 1 Mrd. USD in eine Chipfabrik, Samsung, Canon, Nokia, Wintek und Foxconn, Hersteller von iphones und ipods, bauen große Produktionsstandorte in Vietnam auf. Auch Bosch hat Vietnam entdeckt und investiert über 100 Mio. EUR in Produktion und Forschung und Entwicklung.

 

10. Strategisch günstige Lage, Zugang zu 3 Mrd. Menschen

Vietnam liegt inmitten der am schnellsten wachsenden Wirtschaftsregion der Welt. Innerhalb weniger Flugstunden liegen Märkte mit über 3 Mrd. Menschen. Durch AFTA sowie die ASEAN-Freihandelsabkommen mit China und Indien öffnet eine Freihandelszone mit ca. 3 Mrd. Einwohnern. Damit ist das Land ein sehr interessanter Produktionsstandort als Hub für ganz Asien.

 


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